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Tipps zum Lautsprechereinbau  
Geschrieben von thosse am Freitag, 28. Juni 2002

Einbau

Wenn man sich dazu entschließt teure Lautsprecher zu kaufen, erwartet man für sein Geld auch eine entsprechende Qualität. Oftmals werden die Lautsprecher aber sehr lieblos eingebaut und durch entsprechende Fehler in ihren Qualitäten stark eingeschränkt. In diesen Fällen kann man durchaus sagen, daß bares Geld verschwendet wurde. Daher sollte man beim Einbau auf folgende Dinge achten:

 


Einbauort

Von der Heckablage als Einbauort, halte ich persönlich gar nichts (es sei denn, man installiert dort nur Raerfiller und hat vorne die Hauptlautsprecher). Der Sound kommt nur von hinten, was in etwa mit einem Konzert vergleichbar wäre, bei dem ich mit dem Rücken zur Band stehe.

Meistens bieten sich die Originalöffnungen in den Türen an. Möglicherweise ist auch ein gutes Ergebnis aus dem Fußraum zu erzielen. Dafür müßte man sich jedoch ein Kickboard bauen, was einiges mehr an Aufwand bedeutet.

Hat man ein Zwei-Wege-System mit separatem Hochtöner, empfiehlt es sich diesen an ein langes Kabel anzuschließen und den Hochtöner an verschiedenen Stellen probe zu hören, bevor man ihn fest einbaut.

Die Öffnung sollte unbedingt der Größe des Lautsprechers entsprechen. Ist diese zu groß, muß man unbedingt dafür sorgen, daß dies Stelle verschlossen wird, ansonsten droht ein akkustischer Kurzschluß. Dies bedeutet, das die vor dem Lautsprecher zum Schwingen angeregte Luft sich mit der hinter den Lautsprecher ausgleicht und somit wenig Schwingen an das Ohr des Hörers gelangen.

Kabel

Hier sollte man nicht unbedingt sparen. Ist das Kabel zu schwach dimensioniert baut sich ein Widerstand auf, was zum einen Leistung wegnimmt und zum anderen die Leistung, insbesondere im Bassbereich beeinträchtigt. Ein Querschnitt von 2,5mm² darf es somit für ein Frontsystem schon sein. Beim Anschluß eines Subwoofers sind 4mm² angebracht.

Man kann hier auch durchaus teure Kabel mit eigenen Klangeigenschaften verwenden. Ein Silverline beispielsweise unterstützt den Hochtonbereich und ist für Subwoofer somit nicht sinnvoll. Hier sollte man sich vorher bei einem Fachmann erkundigen.

Bei der Kabelführung sollte man darauf achten, daß das Kabel zum einen nicht eingeklemmt wird und zum anderen keine Scheuerstellen bekommt. Sind hier schwierige Wege unumgänglich, sollte man das Kabel an den möglichen Scheuerstellen beispielsweise durch Klebeband schützen.

Damit keine Störsignale überspringen, sollte man beim verlegen auch darauf achten, möglichst nicht in die Nähe von stromführenden Kabeln zu sein.

Dämmung

Zunächst sollte einmal der Resonanzraum des Lautsprechers ausreichend gedämmt werden. Das Blech der Türen beispielsweise wird durch die Schwingungen des Lautsprechers zum mitschwingen angeregt. Dies kann den Klang unter Umständen stark beeinflussen, im schlimmsten Fall sogar manche Frequenzen ganz auslöschen.

Um das Türblech ruhig zu stellen, sollte man es mit selbstklebenden Bitumenmatten (im Car-Hifi Fachhandel erhältlich) auskleiden. Möchte man noch etwas mehr Volumen, empfiehlt es sich, die Türe zusätzlich mit Akkustikwatte zu füllen.

Nach dem Einbau sollte man genau hinhören und alle Teile, die durch die Schwingungen zum klappern angeregt werden, identifizieren und ruhig stellen. Dies können Fensterheber, Armaturenteile, Nummernschilder, oder sonstige Blech- und Plastikteile sein. Manchmal findet man diese Teile nur bei genauem hinhören, da sie nicht selten keinen Eigenklang haben, sondern nur leicht mitschwingen und den Klang damit nur leicht verfälschen.

Trennfrequenzen

Hat man nur ein Lautsprechersystem in den Türen, ist der nachfolgende Abschnitt ohne Bedeutung. Wer aber sein System mit Endstufe und Subwoofer betreiben möchte, sollte die Frequenzen auf die einzelnen Lautsprecher verteilen. Die Trennfrequenzen werden an den Frequenzweichen (meist in den Endstufen integriert) eingestellt. Als Faustregel werden 16cm Systeme bei ca. 120 Hertz abgeregelt und die tieferen Töne dem Subwoofer zugeordnet. 13cm System sollten bei ca. 160 Hertz abgeregelt werden.

Der Sinn liegt darin, jeden Lautsprecher nur die Frequenzen spielen zu lassen, für die er aufgrund seiner Eigenschaften, prädestiniert ist. Sehr tiefe Töne können von 16cm Systemen nur in geringen Lautstärken oder gar nicht wiedergegeben werden, wohingegen hohe Töne einen Subwoofer beschädigen können.

Spielen beide Lautsprecher einen bestimmten Frequenzbereich aufgrund einer unsauberen Trennung, können sie sich teilweise aufheben.

Die von mir angegebenen Trennfrequenzen sind jedoch nur Faustregeln. Für die richtige Trennfrequenz gilt nur ausprobieren und hören.

Anschluß

Beim Anschluß kommt es darauf an, beide Kanäle gleich gepolt anzuschließen. Dabei hält man sich in der Regel an die vorgegebene Bezeichnung von Plus und Minus. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Ein Lautsprecher kann durchaus verpolt angeschlossen werden. Wichtig ist nur, daß der andere dann auch verpolt angeschlossen wird.

Dies kann in manchen Fällen durchaus Sinn machen, insbesondere wenn vorne und hinten Lautsprecher installiert werden und man einen Laufzeitunterschied ausgleichen muß.

In einigen Fällen kam es auch schon vor, daß die werksseitige Bezeichnung falsch war und wir die Lautsprecher entgegengesetzt anschließen mußten.

Wenn also Eure Lautsprecher zu "dünn" klingen, versucht es mal mit umpolen. Es muß auch nicht immer logisch sein. Beispielsweise kann ein umpolen der Hochtöner bei einem Zwei-Wege-System für mehr Bass und Volumen sorgen.

Fazit

Geld kann man für Lautsprecher ausgeben soviel man möchte. Wenn man sich dafür entschließt, sollte man auch darauf achten, daß man den Lautsprechern die gesamte Leistung abverlangt. Schon mancher war verblüfft, was der gekaufte Lautsprecher zu leisten vermag, wenn man ihm die richtige Umgebung, Dämmung, etc. verpaßt.

Tipps zum Lautsprechereinbau

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